Um ruhig schlafen zu können, ist Gerechtigkeit wichtig. Weisst du, dass du fair behandelt wirst, ist eher Frieden möglich. Umso mehr Menschen dies erleben, desto friedlicher kann es werden.
Damit Gerechtigkeit richtig funktioniert, braucht es Konsequenzen anstelle von Strafen. Es ist besser, die Strafe ist eine logische Konsequenz des bisherigen Verhaltens. Denn so kann auch eine Verbesserung eintreten. Ist die Strafe willkürlich, ergibt sie keinen Sinn und der Kriminelle rebelliert dagegen.
Dies wäre die beste Option: Negative oder böse Taten haben manchmal negative Konsequenzen auch ohne dass jemand eingreift. Der Schizophrene glaubt zum Beispiel, er könne per Gedanke eine Pizza bestellen. Es gelingt ihm immer wieder nicht. Es geht ihm am Ende schlecht, weil er zu starken Hunger entwickelt. Er muss selbst etwas kochen. Er verstrickt sich in irgendwelchen negativen Logiken.
Das Problem ist oft, dass der Mensch nicht versteht, wie er handeln soll. Er weiss nicht was richtig oder falsch ist. Er muss gerettet werden, aus seinen Konsequenzen. Im Nachhinein ist es logisch, dass die Pizza nicht geliefert werden konnte. Deshalb haben wir Handys und andere Tools.
Was falsch wäre, selbst die Konsequenzen jemandem aufzuerlegen. Es ist besser, sie treten natürlich ein. Man könnte höchstens es der Polizei melden. Manchmal ist man sogar verpflichtet es zu melden, je nachdem was es ist. Dann hat man meistens einen Notfallplan.
Der Brand in Crans Montana ist schrecklich. Doch es sollte wichtiger sein, dass so etwas nie wieder passiert, als dass die Verantwortlichen bestraft werden. Dies ist bei jedem Verbrechen so. Es bringt nichts, die Verbrecher zu bestrafen und zu meinen, dass dann alles besser wird. Irgendwie waren die Verantwortlichen nicht richtig geschult worden, sie haben den Brand nicht trainiert, es fehlte etwas auf den Checklisten. Der Mensch will nicht kriminell sein. Es passiert mehr oder weniger nebenbei.
Es geht um ein gutes Beispiel. Hat man nur schlechte Beispiele, weiss man wenigstens, was nicht geschehen soll. Selbstjustiz ist ein grosses Problem. Besser man geht zu Polizei. Denn das Problem ist, dass wir befangen sind. Wir urteilen gerade bei Freunden falsch. Deswegen ist es bei Eheproblemen oft hilfreich, zu einem Paartherapeuten zu gehen. Dieser sieht alles aus anderen Perspektiven. Manchmal ist es schon zu spät dafür. Wenn einmal die Scherben da sind, wird es schwierig den Teller zu restaurieren.
Die Konsequenzen können also auch etwas dauerhaft beschädigen. Es passt dann nicht mehr. Niemand ist dann schuld, obwohl wir sehr wohl Schuldige sehen. Die Konsequenzen auf sich zu nehmen, ist ein wichtiger Teil des Prozesses. Wir sollten uns selbst aber genauso kennenlernen. Und wir sollten uns Zeit lassen. Es braucht oft eine Menge an Zeit, bis die Konsequenzen genügend negativ sind, bis wir einen besseren Weg erkennen können. Und es braucht auch Gelassenheit. Es bringt nichts, sofort etwas zu ändern. Das ist wie wenn man hochspringt und sich dann den Kopf an der Decke anschlägt, man fällt wieder runter. Die Vorstellung, einfach Schritt für Schritt die Treppe hoch zu nehmen, ist auch eine schlechte Option. Sie geht davon aus, dass es für die jetztige Situation bereits eine Treppe gibt. Oft bleibt eine lange Zeit alles beim Alten, nur innerlich wächst der Widerstand. So war es auch im Iran. Die Bevölkerung braucht viel Zeit, bis sie sich gegen die Regierung wenden kann und eine neue Sichtweise möglich wird. Wird von aussen mit Gewalt eingegriffen, ist es auch zum Scheitern verurteilt.
Was Lernen wir daraus? Lass dir Zeit. Mach dir deine Gedanken. Die besten Konsequenzen sind jene, gegen die du eh keine Chance hast. Du wirst es genau deshalb schaffen.