friedensethik.ch

Veröffentlichung: 1.2.2026 18:21

Der Iran zerfleischt sich selbst, wie lange noch?

Ein von aussen erzwungener Umsturz könnte nicht dauerhaft Frieden für den Iran bringen. Vor allem, weil die Führung behauptet, die USA und Israel würden hinter den Protesten stecken.

Was ist die Alternative? Der klare Beweis: Es ist nicht Israel und die USA.

Was braucht es dafür? Vielleicht müssen bis zu 60 Prozent der Bevölkerung sterben. Im Moment leben 87,8 Millionen Menschen dort. Es müssten also 60 Millionen sterben. Aber was soll das bringen? Im Moment werden Menschen umgebracht, die nicht relevant sind. Irgendwann sterben immer mehr Verwandte von Militärangehörigen. Das heisst, es wird immer heikler für das Militär Menschen zu töten. Irgendwann kippt die Stimmung. Dazu müssen aber viele getötet werden.

Die USA und Israel könnte durch ein nicht Eingreifen zeigen, dass sie nicht für die Demonstrationen verantwortlich sind. Dies könnte die notwendige Anzahl an Toten reduzieren. Doch sie dürften keine Bombe abwerfen. Sehr wahrscheinlich wird der Iran die Armada nicht angreifen.

Ist irgendwann klar, dass die USA und Israel nicht dahinter stecken, sondern dass die Unzufriedenheit tiefer geht, folgt daraus eine Umstrukturierung des Militärs. Die Befangenheit des Regimes muss fallen, es darf keine neue Macht kommen, die die gleiche Blindheit aufweist.

Greift die USA oder Israel an, bedeutet dies, dass die iranische Führung Recht hatte. Es folgt ein viel schwieriger Prozess Richtung Frieden.

Ehrlich gesagt, ist es besser für die Ruhe zu sterben, als fürs Köpfe einschlagen. Für den Frieden stirbt man still, wie Jesus. Für den Krieg stirbt man, indem man möglichst viele mitreisst, bevor man selbst dabei untergeht. Der Tod ist nur eine Reise in eine andere Welt. Weshalb ist er uns nur so wichtig? Weshalb wollen wir, dass möglichst viele die gleiche Reise begehen? Vielleicht ist es besser, wenn die Welt nach dem Leben, besser aussieht, als unsere.

Derjenige, der zuerst im Totenreich ist, kann dieses länger aufbauen. Es bringt nichts, am Leben festzuhalten. Wenn die Zeit gekommen ist, müssen wir alle einmal loslassen. Dieses Universum wird eines Tages auch völlig tot sein, weil jede Sonne erloschen ist, alles völlig dunkel. Da wird es schwierig sein, Leben zu finden.