Wenn wir ein Computerspiel entwickeln, dann wird es nur gespielt, wenn es positive Emotionen auslöst. Genauso wie bei einem Spiel ist es bei der Aussenpolitik. Es trifft auf jede Interaktion zu. Der freundlichere gewinnt.
Wenn wir die Sympathie eines feindlichen Landes gewinnen wollen, gibt es noch den Benjamin-Franklin-Effekt: "Menschen wirken sympathischer, wenn sie um einen kleinen Gefallen gebeten werden, da der Helfende die Person danach positiver bewertet."
Es geht um das kleine Gute, vollkommene und wohlgefällige. Es scheint in der Aussenpolitik nicht um Sicherheit gehen zu müssen, sondern um kleine alltägliche Dinge. Auch um Offenheit. Botschafter kümmern sich im Grunde um die grösseren Dinge. Das Militär sollte sich vielleicht mehr um die kleinen Dinge kümmern. Natürlich spielt beim Krieg immer das Riskieren des eigenen Lebens ein Spiel. Gerade, wenn ein Soldat in ein fremdes und feindliches Land zieht, um dort Sympathie zu gewinnen, kann dies negativ aufgefasst werden. Trotzdem ist es wichtig, von anfang an transparent zu sein. Es geht darum, direkt sein Leben bewusst aufs Spiel zu setzen. Nicht darum zu betteln, am Leben zu bleiben. Denn wir sollten nun wissen, wie riskant es ist, für ein feindliches Land zu werben.
Die Frage ist, wie können wir um kleine Gefallen bitten. Wie kommen wir ins Gespräch. Es kann zum Beispiel sein, dass wir jemanden darum bitten, für oder mit uns einkaufen zu gehen. Wir können anbieten jederzeit dafür bereit zu sein. Frieden sollte das Leben erfreulicher machen. Dies ist nicht möglich, indem wir die Waffe unserem Feind an die Schläfe halten.
Der zweite Punkt ist die totale Ehrlichkeit. Sie kann uns schnell das Leben kosten. Es geht hier auch darum, dass die neu gewonnenen Freunde alles über uns verbreiten dürfen, was sie so wollen. Schliesslich bringt die Wahrheit nichts, wenn sie nicht in der Freiheit mündet. Es ist deshalb egal, ob der Iran erfährt, dass wir für Israel arbeiten. So gesehen ist es auch unwichtig, ob Israel erfährt, dass wir für den Iran arbeiten. Schliesslich ist der grössere Rahmen das positive Spiel, das wir zocken wollen.
Es geht auch niemals um das Abschaffen von Waffen. Wer ein Messer besitzen will, der kocht damit Gemüse. Waffen gehören also in die Küche, zumindest für den Friedensstifter. Und wenn dieser durch eine Pistole erschossen wird, halb so wild, im Krieg sterben auch Menschen. Damit muss das friedliche Land schliesslich rechnen. Wir wissen selbst, wie schnell wir miteinander Streiten. Da kann auch mal etwas schiefgehen.
Im feindlichen Terrain Freunde gewinnen, ist eine selbstmörderische Angelegenheit. Sie erfordert den eigenen totalen Verzicht sich zu wehren. Wird ein Gefängnis-Aufenthalt nötig, gehen wir freiwillig mit. Wir bleiben auch entspannt und müssen im Gefängnis nicht sofort alle auf unsere Seite bekehren. Unser Anliegen hat Zeit.
Denn schliesslich müssen wir viele kleine Gefallen einfordern. Zum Glück gehört das Bauen von Atombomben nicht zu den Gefallen, die wir selbst leisten müssen. Schliesslich sollten wir auch Hilfe annehmen, wenn wir um etwas gebittet werden. Liebe ist im besten Fall gegenseitig. So können irgendwann auch grössere Projekte realisiert werden. Solange die Zeit, die es benötigt, egal ist.
Zeitdruck ist beim Erreichen von Sympathie höchst toxisch. Wir sollten uns also angewöhnen, nie auf die Uhr zu schauen. Nur schon, dass wir im Gefängnis sitzen, sollte uns freuen. Immerhin wurden wir nicht sofort hingerichtet. Unser Leben ist nicht viel Wert. Im Krieg sind wir an der fordersten Front und dort stirbt es bekanntlich besonders schnell. Dies gilt speziell für die Friedenssoldaten im feindlichen Gefängnis. Wenn wir als einen Wärter um etwas bitten, dann sollte es eine wirkliche Kleinigkeit sein, die er gerne tut. Zum Beispiel uns aufs Klo lassen. Wenn dieses schon in der Zelle ist, dann können wir uns dafür bedanken und direkt nachfragen, was der Gefängniswärter braucht.
Der Benjamin-Franklin-Effekt verursacht übrigens das Stockholm-Syndrom. Gerade Folter ist eine versteckte Art, um Hilfe zu bitten. Wenn wir gefoltert werden, geht es nicht immer darum, Fragen zu beantworten, sondern selbst geschickte einige zu stellen. Das Schwierige ist, dass es wirklich kleine Gefallen sein sollten. Wir könnten den Folterer fragen, wann seine Schicht endet. Schliesslich wollen wir rechtzeitig zum Ziel gelangen.