Es macht einen Unterschied, wenn jemand mit einer Machtposition zu Gewalt aufruft, als wenn ein Mensch ohne Freunde zu Gewalt anstachelt. Rein theoretisch. Der Typ ohne Freunde wird wahrscheinlich selbst zum Gewehr fassen. Während die Personen mit Macht einen Jünger finden werden, der für sie die dreckige Arbeit erledigt. Der Typ mit Macht kommt unter Umständen davon, während derjenige, der zur Waffe fasst, im Gefängnis landet.
Leider sind wir alle böse und somit zum Zurückschlagen bereit. Der Mensch hat so gesehen Mühe, Frieden zu bewahren. Das Lebensspiel ist auch speziell programmiert. Wir können uns gegenseitig töten, obwohl wir es nicht sollten. Dies ist aber notwendig, damit wir lernen Verantwortung zu übernehmen. Das heisst könnten wir nichts tun, was illegal, aber grundsätzlich möglich ist, würden wir gar keine Verantwortung und damit Liebe erlernen.
Es geht nun darum, wie die Person, welche alleine ist, einen Freund findet, damit sie nicht zur Waffe greift. Und es geht darum, wie derjenige, welcher eine Machtposition innehat, lernt, wie Probleme ohne Gewalt gelöst werden. Wie es eben nicht nötig ist, dass jemand für ihn die dreckige Arbeit erledigt. Und es geht auch darum, dass wir lernen, dass überhaupt niemand sich schützen kann. Der beste Kampfsportler kann hinterrücks umgebracht werden. Ist uns dies erst einmal klar, sollten uns auch die Konsequenzen davon bewusst sein. Nämlich, dass jemanden zu töten oder zu verletzen die falsche Wahl der Mittel ist. Es geht so weit, dass eine Person wie der grösste Feind nicht umgebracht wird. Es geht darum, wie wir mehr oder weniger anständig unsere Probleme lösen. Und natürlich ist es möglich, trotzdem zu sterben.
Dass wir sterben können, sollte uns bewusst sein. Auch woran wir sterben können. Wir können nämlich nicht nur wegen anderen Menschen sterben, wir sollten es riskieren, wegen unserer Arbeit zu sterben. Wenn jemand reden und friedlich vorgehen will, ist er schnell getötet. Doch jeder will den Frieden. Wenn jemand Arzt ist und seinen Job gut erledigt, ist er schnell seine Arbeit los, weil alle gesund sind. Wenn jemand Polizist ist und keine Kriminalität mehr da ist, braucht es ihn nicht mehr. Wenn ein Informatiker es ernst meint, automatisiert er alles und er muss nichts mehr programmieren. Jeder Beruf, der gut ausgeübt wird, macht sich selbst überflüssig. Ein Bäcker, der feine Brote backt, wird zum Bäckerlehrer und am Ende braucht es ihn nicht mehr, weil alle wissen wie Brote gebacken werden. Wenn wir etwas wirklich wollen, müssen wir unser Leben dafür riskieren.
Überlege dir also gut, was du willst. Wenn du Krieg willst, dann ist es ok, wenn du dein Leben dafür einsetzt und verlierst. Doch du wirst damit das Gegenteil vom Frieden erreichen. Um Frieden für dich zu erreichen, musst du dein Leben für den Frieden verlieren. Was willst du also? Innere Ruhe? Dann verliere dein Leben an den Frieden. Willst du aber Krieg, dann wird dieser innerlich zerfressen und kaputt machen. Du hast es gewählt. Du hast dir den Krieg gewünscht und dir dies ausgesucht. Das ist voll ok, weil du den Krieg wolltest und nicht den Frieden. Für was also wirst du alles verlieren? Du wirst alles verlieren, ohne Frage. Doch verlierst du es dafür, andere zu töten (Krieg) oder dafür, anderen Gutes zu tun (Frieden). Es kommt also darauf an, was du tust. Alle Menschen sind am Ende ein Opfer von sich selbst.
Denn sie waren böse und bereit zurückzuschlagen und somit Krieg zu führen. So gesehen haben wir alle den Tod verdient. Dass wir noch am Leben sind, ist Gnade, kein Verdienst. Wenn uns also jemand tötet, dann ist nur geschehen, was so oder so schon früher hätte passieren sollen. Könnten wir nur Gutes tun, hätten wir das frühere zurückschlagen überwunden. Doch dies ist unrealistisch. Stattdessen wäre es besser, jeden Tag über Frieden, Freude und Gerechtigkeit zu diskutieren. Es wäre besser, unser Leben bereit zu verlieren zu sein, wie der Arzt, der alle gesund und so sich selbst überflüssig macht.